Beitrags-Archiv


Bericht von Tim & Tom von der 49er-Europameisterschaft in Gdynia, Polen

Vom 3. Bis zum 9. Juli fand in Gdynia, Polen die Europameisterschaft der 49er statt, es waren 82 Teams aus insgesamt 26 europäischen und nicht-europäischen Nationen am Start. Wobei Deutschland mit 11 Teams wieder einmal die größte Flotte aufbot.
Um sich auf die EM gut vorzubereiten reisten wir gemeinsam mit dem gesamtem deutschen Team und unserem Bundestrainer Thomas Rein schon am Montag, den 28.6. in Polen an.

In Polen erwartete uns direkt am ersten Trainingstag perfekte Segelbedingungen, strahlend blauer Himmel und eine schöne Seebriese. Den ersten Tag nutzten wir zum Einsegeln, ein bißchen Fahrttechnik und natürlich zur Revierrecherche. Nach dem Training konnten wir unser sehr nahegelegenes und schönes Appartement beziehen. Den Abend nutzte Tom, wie eigentlich jede freie Minute, um sich intensiv auf seine Klausuren in der Uni vorzubereiten, die direkt im Anschluss der EM in Kiel folgen sollten. Tim konnte dagegen nach dem beendigen des 12. Jahrgangs den Abend gemütlich mit einer Rund Beachvolleyball am schönen und direkt am Hafen liegendem Strand ausklingen lassen. Die weiteren Trainingstage begannen mit einer kleinen Frühsport-Einheit am Strand. Am Mittag herum kam dann immer etwas Wind, den wir mit einer etwas längeren Einheit nutzten. Natürlich waren auch schon fast alle anderen Teams und Nationen da, so dass wir auch immer mal wieder größere Trainingsrennen gemeinsam mit den anderen fuhren.

timtom_1

Am Samstag war dann der erste offizielle Tag der EM. Für uns hieß das Anmelden, ein sehr langes Warten auf die Vermessung der Boote und dann wieder Vorbereitung der Boote auf das Event. Am Nachmittag schauten wir dann gemeinsam mit dem gesamten deutschen Team das Fußballspiel Deutschland gegen Argentinien.
Den Sonntag richteten wir uns dann als einen richtigen Pausetag ein. Wir mussten nur noch ein paar Kleinigkeiten am Boot vorbereiten, damit es auch im perfekten Zustand an den Start gehen konnte und alle Teams mussten jetzt ihre Boote vom Hafen an den direkt danebenliegenden und für uns abgesperrten und bewachten Strand bringen.
Am Montag, den 5.7. war es dann endlich so weit und die Europameisterschaft ging jetzt richtig los, es waren insgesamt 6 Renntage mit insgesamt 17 Wettfahrten geplant. Gesegelt wurde in den ersten drei Qualifikationstagen in zwei Gruppen zu je 41 Teams auf zwei unterschiedlichen Bahnen. Bei 4-6 Knoten hatten wir insgesamt einen positiven und zufriedenstellenden Tag, obwohl wir an einigen Stellen durch kleinere Fehler eine vordere Platzierung verschenkt haben. In den drei Rennen fuhren wir die Platzierungen 29, 12 und 31 ein.

Am 2. Racetag war bei schönen Bedingungen mit 10-15 Knoten leider aber überhaupt nichts mehr von unserer anfänglich Euphorie und unserem Kampfgeist zu spüren und wir erlebten einen sehr demotivierten Tag mit den Plätzen 32, 33, 29 und 32. Somit fielen wir in der Gesamtergebnisliste auch über zehn Plätze nach hinten.
Auch am dritten Racetag und dem letzten Qualifikationstag bekamen wir unsere Probleme leider nicht wirklich in den Griff und wir mussten uns nach einem 29. und einem 24. mit einem 11. Platz in der Bronzefleet zufrieden geben. Jetzt war die Qualifikation vorbei und es lagen noch drei Renntage in der Bronzefleet vor uns.

Dann stand der vierte Racetag mit den ersten Fleetraces an. Da wir nun drei Gruppen waren, aber es nur zwei Bahnen gab konnten wir erst um 14 Uhr, nach drei Rennen der Silberfleet ins Geschehen eingreifen. Nach den zuvor eher enttäuschenden Tagen fanden wir bei 15-20 Knoten aber wieder zu unserer alten Motivation zurück und da wir wussten, dass bei viel Wind in dieser Fleet für uns alles drin war, war die Brust wieder breit und wir waren wieder voll auf Angriff gestimmt. Während wir uns bei doch sehr schwierigen Bedingungen mit starkem Wind und hohen Wellen konzentriert und motiviert einsegelten, konnten wir beobachten, dass ein Großteil unserer Gruppe mit diesen Bedingungen nicht so gut zurechtkamen, was man immer wieder an spektakulären Kenterungen und Überschlägen sah. Dies zeigte sich dann auch sofort im ersten Rennen, wir fuhren einen richtig guten Start, kamen schön raus und konnten auch vom Speed her mithalten, somit erreichten wir das Ziel mit einem guten 7. Platz. Die zweite Wettfahrt begannen wir wieder mit einem perfekten Start, wir führten das Feld an, bis wir dann durch eine misslungene Wende, bei der wir eine Kenterung gerade noch verhindern konnten und ins Mittelfeld zurückgeworfen wurden. An der ersten Luvtonne kamen wir mit dem Hauptfeld zusammen um die Tonne und kenterten leider nach Luv. Somit fanden wir uns erstmal ganz am Ende des Feldes wieder. Nach diesem Schock, sammelten wir uns wieder und gaben nochmal alles, um so viele Boote wie möglich aufzuholen, denn bei so einem Wind ist ja zum Glück noch alles drin. Dies zahlte sich auch aus und wir erreichten das Ziel nach einer nervenaufreibenden Aufholjagd noch als 17. Damit wollten wir uns aber natürlich nicht zufrieden geben, vor allem weil in diesem Rennen eine Top3- Platzierung eigentlich völlig drin gewesen wäre. Der Wind ließ aber leider merklich nach, sodass unser Vorteil gegenüber den anderen nicht mehr so groß war und wir das letzte Rennen des Tages mit einem guten 6. Platz abschlossen. Im Gesamtranging bedeutete dies einen Sprung von vier Plätzen nach vorn auf dem 7. Platz in der Bronzefleet.

Die letzten beiden Renntage liefen dann leider wieder sehr enttäuschend. Wir fuhren jetzt wieder bei deutlich schwächeren Winden schlechte Starts und waren zudem nicht mit unserer Bootsgeschwindigkeit zufrieden.  und Somit fielen wir nach den Platzierungen 13, 13 und 14 wieder auf den endgültigen 11. Gesamtrang in unserer Gruppe zurück. Die ersten drei Plätze im Gesamtklassement belegten 1. Draper/Greenhalgh GBR; 2. Dyen/Christides FRA; 3. Morrison/Rhodes GBR. Die besten Deutschen waren die Teams Briesenick-Pudenz/Massmann Platz 13; Schadewaldt/Baumann Platz 16 und Fricke/Huber Platz 21.

timtom_2

Insgesamt war die EM für uns eine sehr durchwachsene Regatta mit guten und schlechten Tagen, die von guten und schlechten Erfahrungen begleitet wurden, aber insgesamt haben wir unter anderem auch durch die gute Betreuung von Hannes Peckolt sehr viel bei diesem Wettkampf gelernt. Dies ist für uns gerade das  Hauptziel und daher stehen die Ergebnisse vorerst nur im Hintergrund, da es ein langer und harter Weg an die internationale Spitze ist, vor allem auch durch den starken Leistungsanstieg im Hinblick auf die anstehende Olympiaqualifikation für 2012.  Nun stehen erstmal drei Wochen aktive Regeneration vor uns, bevor es dann auf den nächsten und letzten Weltcup für dieses Jahr, ins Olympiarevier von 2012, nach Weymouth, England geht

Tom und Tim Lange


Themen

Allgemein (27)
Jugend (79)
Jugendberichte (45)
Motorboot (9)
Segeln (54)
Wasserski (9)

Beitragsarchiv

August 2010
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Be social