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Bericht Kieler Woche 2010, 420er, Till- Jakob Kieweg

Die diesjährige Kielerwoche begann für mich und meinen Vorschoter Simon Grimmel (StSG Stuttgart) am Montag den 21.06.10, als abends Simon und Julia Kirgis, die normalerweise mit Pauline segelt, jetzt aber, da Pauline keine Zeit hatte, mit einem bayerischen Vorschoter starten würde, zu uns nach Stuttgart kamen.

Am Dienstagmorgen ging es dann so um etwa 8 Uhr los. Nach etwa 10 Stunden Fahrt kamen wir in Kiel an und hatten sofort einen, für unser Zelt genau passenden Zeltplatz, was bei so vielen campenden Seglern viel Glück braucht. An diesem Tag stand also nur noch Zelt aufbauen, Boote abladen und schon mal schauen, wer denn schon alles da ist auf dem Plan.

Am nächsten Tag, Mittwoch also, bauten wir Boote auf, gingen, als Slawek, unser Trainer, endlich kam, noch trainieren und verbrachten den restlichen Tag recht entspannt.

Donnerstags begann dann die Regatta. Zumindest offiziell. In der Realität sah das etwas anders aus, da wir erst mal keinen Wind hatten. So verbrachten wir auch diesen Tag mit verschiedenen Lückenfüllern von 2-Stunden-Startverschiebung zu 2-Stunden-Startverschiebung, wie zum Beispiel Audi-Testwagen fahren und Nintendo Wii spielen.

Nachdem wir dann den ganzen Tag vergeblich auf Wind gewartet hatten, bauten wir abends das Boot wieder ab und verköstigten uns auf der „Partymeile“.

Tags darauf hatten wir glücklicherweise schon am Morgen einen schöne Wind von etwa 2 bis 3 Windstärken. Wir segelten also etwa 1 ½ bis 2 Stunden vor dem Start hinaus (allein um zur Bahn zu kommen brauchten wir eine knappe ¾ Stunde).

Auf der Regatta- Bahn angekommen begannen wir uns einzusegeln, holten uns noch Infos über Wetter und Strömung von unserem Trainer und starteten dann zur ersten Wettfahrt. Nachdem unser Start sowieso schon nicht ganz optimal war, und wir so nur bedingt freie, eigene taktische Entscheidungen treffen konnten war die Platzierung in diesem Lauf von vornherein nicht sehr gut. Als wir dann jedoch auch noch insgesamt 4 Strafkringel drehen mussten landeten wir schlussendlich auf dem 35. Platz  in unserer Startgruppe. Dazu muss gesagt werden dass bei knapp 200 Booten im Gruppenstartverfahren gestartet wird, bei dem alle Boote in Gruppen aufgeteilt werden (grün, rot, gelb, blau usw.). Davon starten dann immer zwei Gruppen gemeinsam bei einem Start. Das Ziel dabei ist, nicht allzu viele Boote auf einmal an der Startlienie zu haben.Bei der KiWo wahren es also 6 Startgruppen, also 1/3 der Boote pro Start. Man muss also auch die 35 mal 3 nehmen, um das Gesamtergebnis der Wettfahrt zu erhalten.

Nachdem wir die vergangene Wettfahrt kurz mit Slawek an seinem Motorboot besprochen hatten, waren wir fest entschlossen es in der nächsten besser zu machen.

Gesagt getan. Nach einem recht guten Start konnten wir den Rest des Rennens wesentlich besser selbst bestimmen und landeten dann auf dem 22. Platz. In der 3. Wettfahrt schafften wir sogar noch den 21. Rang. Damit fanden wir uns am Ende des Tages auf dem Gesamtrang 72.

Als wir am nächsten Morgen aufs Wasser blickten hatte es nur ganz leichten Wind. Wir bauten unser Boot trotzdem auf und zogen uns um. Nach einiger Wartezeit an Land ging es dann doch aufs Wasser und wir ersegelten einen weiteren 21. Platz.

Doch der Wind machte uns auch heute wieder einen Strich durch die Rechnung, weshalb es bei diesem einen Lauf blieb. Wir verbesserten uns allerdings auf den 62. Platz und waren somit sogar 17. deutsches Team. Damit waren wir mehr als zufrieden, erst recht, weil es ein sehr starkes internationales Feld mit Seglern aus Singapur, USA, Neuseeland, Australien, Japan, Spanien usw. war.

Doch leider versauten wir uns dieses Traumergebnis durch einen sehr schlechten Start in der letzten Wettfahrt, und das nur wegen mangelnder Konzentration. Etwa 30 sek. Vor dem Start fuhren wir aus unserer hart erkämpften Lücke an der Startlinie heraus, ohne davor festzustellen, dass wir nur noch 30 sek. Zum Start hatten. Als wir das realisiert hatten, war es schon zu spät und wir mussten uns in der 3. Reihe anstellen und starteten etwa 15. sekunden nach allen anderen Booten als eines der letzten Boote. Auch wenn wir hart kämpften, um noch weiter vorzufahren, was in so einem großen Feld mit derartig hohem Niveau sehr schwer ist, schafften wir es nur noch auf Platz 40.

Letztendlich wurden wir dann 81. was in diesem starken Feld von 194 Booten immer noch recht zufriedenstellend ist.

Für die Siegerehrung hatten wir leider keine Zeit mehr, da wir so schnell wie möglich los mussten. Nachdem wir also das Zelt und die Boote abgebaut hatten und alles Reisefertig war machten wir uns wieder auf den 10- stündigen Rückweg. Kurz vor Stuttgart übergaben wir etwa um Mitternacht noch Julia an ihre Eltern, mit denen sie dann noch zurück nach Wallhausen fuhr. Wir kamen daheim etwa um 0. 30 Uhr an und gingen sofort schlafen.

Rückblickend kann man sagen, dass die KiWo 2010 für uns ein voller Erfolg war. Seglerisch war das Ergebnis zwar nicht perfekt aber als 21. deutsches Team qualifizierten Simon und ich uns sogar noch für die finale WM- Ausscheidung für die WM in Argentinien. Und das Drumherum  stimmte sowieso, was bei der Kieler Woche aber auch nicht anders sein darf.

Wir freuen uns schon jetzt wieder auf nächstes Jahr.


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