Beiträge vom August, 2010

Samstag, 14. August 2010  ·  Bericht Kieler Woche 2010, 420er, Till- Jakob Kieweg

Thema: Jugendberichte | Autor: Hannes Schwarz

Die diesjährige Kielerwoche begann für mich und meinen Vorschoter Simon Grimmel (StSG Stuttgart) am Montag den 21.06.10, als abends Simon und Julia Kirgis, die normalerweise mit Pauline segelt, jetzt aber, da Pauline keine Zeit hatte, mit einem bayerischen Vorschoter starten würde, zu uns nach Stuttgart kamen.

Am Dienstagmorgen ging es dann so um etwa 8 Uhr los. Nach etwa 10 Stunden Fahrt kamen wir in Kiel an und hatten sofort einen, für unser Zelt genau passenden Zeltplatz, was bei so vielen campenden Seglern viel Glück braucht. An diesem Tag stand also nur noch Zelt aufbauen, Boote abladen und schon mal schauen, wer denn schon alles da ist auf dem Plan.

Am nächsten Tag, Mittwoch also, bauten wir Boote auf, gingen, als Slawek, unser Trainer, endlich kam, noch trainieren und verbrachten den restlichen Tag recht entspannt.

Donnerstags begann dann die Regatta. Zumindest offiziell. In der Realität sah das etwas anders aus, da wir erst mal keinen Wind hatten. So verbrachten wir auch diesen Tag mit verschiedenen Lückenfüllern von 2-Stunden-Startverschiebung zu 2-Stunden-Startverschiebung, wie zum Beispiel Audi-Testwagen fahren und Nintendo Wii spielen.

Nachdem wir dann den ganzen Tag vergeblich auf Wind gewartet hatten, bauten wir abends das Boot wieder ab und verköstigten uns auf der „Partymeile“.

Tags darauf hatten wir glücklicherweise schon am Morgen einen schöne Wind von etwa 2 bis 3 Windstärken. Wir segelten also etwa 1 ½ bis 2 Stunden vor dem Start hinaus (allein um zur Bahn zu kommen brauchten wir eine knappe ¾ Stunde).

Auf der Regatta- Bahn angekommen begannen wir uns einzusegeln, holten uns noch Infos über Wetter und Strömung von unserem Trainer und starteten dann zur ersten Wettfahrt. Nachdem unser Start sowieso schon nicht ganz optimal war, und wir so nur bedingt freie, eigene taktische Entscheidungen treffen konnten war die Platzierung in diesem Lauf von vornherein nicht sehr gut. Als wir dann jedoch auch noch insgesamt 4 Strafkringel drehen mussten landeten wir schlussendlich auf dem 35. Platz  in unserer Startgruppe. Dazu muss gesagt werden dass bei knapp 200 Booten im Gruppenstartverfahren gestartet wird, bei dem alle Boote in Gruppen aufgeteilt werden (grün, rot, gelb, blau usw.). Davon starten dann immer zwei Gruppen gemeinsam bei einem Start. Das Ziel dabei ist, nicht allzu viele Boote auf einmal an der Startlienie zu haben.Bei der KiWo wahren es also 6 Startgruppen, also 1/3 der Boote pro Start. Man muss also auch die 35 mal 3 nehmen, um das Gesamtergebnis der Wettfahrt zu erhalten.

Nachdem wir die vergangene Wettfahrt kurz mit Slawek an seinem Motorboot besprochen hatten, waren wir fest entschlossen es in der nächsten besser zu machen.

Gesagt getan. Nach einem recht guten Start konnten wir den Rest des Rennens wesentlich besser selbst bestimmen und landeten dann auf dem 22. Platz. In der 3. Wettfahrt schafften wir sogar noch den 21. Rang. Damit fanden wir uns am Ende des Tages auf dem Gesamtrang 72.

Als wir am nächsten Morgen aufs Wasser blickten hatte es nur ganz leichten Wind. Wir bauten unser Boot trotzdem auf und zogen uns um. Nach einiger Wartezeit an Land ging es dann doch aufs Wasser und wir ersegelten einen weiteren 21. Platz.

Doch der Wind machte uns auch heute wieder einen Strich durch die Rechnung, weshalb es bei diesem einen Lauf blieb. Wir verbesserten uns allerdings auf den 62. Platz und waren somit sogar 17. deutsches Team. Damit waren wir mehr als zufrieden, erst recht, weil es ein sehr starkes internationales Feld mit Seglern aus Singapur, USA, Neuseeland, Australien, Japan, Spanien usw. war.

Doch leider versauten wir uns dieses Traumergebnis durch einen sehr schlechten Start in der letzten Wettfahrt, und das nur wegen mangelnder Konzentration. Etwa 30 sek. Vor dem Start fuhren wir aus unserer hart erkämpften Lücke an der Startlinie heraus, ohne davor festzustellen, dass wir nur noch 30 sek. Zum Start hatten. Als wir das realisiert hatten, war es schon zu spät und wir mussten uns in der 3. Reihe anstellen und starteten etwa 15. sekunden nach allen anderen Booten als eines der letzten Boote. Auch wenn wir hart kämpften, um noch weiter vorzufahren, was in so einem großen Feld mit derartig hohem Niveau sehr schwer ist, schafften wir es nur noch auf Platz 40.

Letztendlich wurden wir dann 81. was in diesem starken Feld von 194 Booten immer noch recht zufriedenstellend ist.

Für die Siegerehrung hatten wir leider keine Zeit mehr, da wir so schnell wie möglich los mussten. Nachdem wir also das Zelt und die Boote abgebaut hatten und alles Reisefertig war machten wir uns wieder auf den 10- stündigen Rückweg. Kurz vor Stuttgart übergaben wir etwa um Mitternacht noch Julia an ihre Eltern, mit denen sie dann noch zurück nach Wallhausen fuhr. Wir kamen daheim etwa um 0. 30 Uhr an und gingen sofort schlafen.

Rückblickend kann man sagen, dass die KiWo 2010 für uns ein voller Erfolg war. Seglerisch war das Ergebnis zwar nicht perfekt aber als 21. deutsches Team qualifizierten Simon und ich uns sogar noch für die finale WM- Ausscheidung für die WM in Argentinien. Und das Drumherum  stimmte sowieso, was bei der Kieler Woche aber auch nicht anders sein darf.

Wir freuen uns schon jetzt wieder auf nächstes Jahr.

Donnerstag, 5. August 2010  ·  Training am 6.8 fällt aus

Thema: Jugend | Autor: Hannes Schwarz

Leider muss das Training am Freitag den 6.8. ausfallen. Wir treffen uns nächste Woche wieder wie gewohnt am Steg 5.

Sonntag, 1. August 2010  ·  Bericht von Tim & Tom von der 49er-Europameisterschaft in Gdynia, Polen

Thema: Jugendberichte | Autor: Hannes Schwarz

Vom 3. Bis zum 9. Juli fand in Gdynia, Polen die Europameisterschaft der 49er statt, es waren 82 Teams aus insgesamt 26 europäischen und nicht-europäischen Nationen am Start. Wobei Deutschland mit 11 Teams wieder einmal die größte Flotte aufbot.
Um sich auf die EM gut vorzubereiten reisten wir gemeinsam mit dem gesamtem deutschen Team und unserem Bundestrainer Thomas Rein schon am Montag, den 28.6. in Polen an.

In Polen erwartete uns direkt am ersten Trainingstag perfekte Segelbedingungen, strahlend blauer Himmel und eine schöne Seebriese. Den ersten Tag nutzten wir zum Einsegeln, ein bißchen Fahrttechnik und natürlich zur Revierrecherche. Nach dem Training konnten wir unser sehr nahegelegenes und schönes Appartement beziehen. Den Abend nutzte Tom, wie eigentlich jede freie Minute, um sich intensiv auf seine Klausuren in der Uni vorzubereiten, die direkt im Anschluss der EM in Kiel folgen sollten. Tim konnte dagegen nach dem beendigen des 12. Jahrgangs den Abend gemütlich mit einer Rund Beachvolleyball am schönen und direkt am Hafen liegendem Strand ausklingen lassen. Die weiteren Trainingstage begannen mit einer kleinen Frühsport-Einheit am Strand. Am Mittag herum kam dann immer etwas Wind, den wir mit einer etwas längeren Einheit nutzten. Natürlich waren auch schon fast alle anderen Teams und Nationen da, so dass wir auch immer mal wieder größere Trainingsrennen gemeinsam mit den anderen fuhren.

timtom_1

Am Samstag war dann der erste offizielle Tag der EM. Für uns hieß das Anmelden, ein sehr langes Warten auf die Vermessung der Boote und dann wieder Vorbereitung der Boote auf das Event. Am Nachmittag schauten wir dann gemeinsam mit dem gesamten deutschen Team das Fußballspiel Deutschland gegen Argentinien.
Den Sonntag richteten wir uns dann als einen richtigen Pausetag ein. Wir mussten nur noch ein paar Kleinigkeiten am Boot vorbereiten, damit es auch im perfekten Zustand an den Start gehen konnte und alle Teams mussten jetzt ihre Boote vom Hafen an den direkt danebenliegenden und für uns abgesperrten und bewachten Strand bringen.
Am Montag, den 5.7. war es dann endlich so weit und die Europameisterschaft ging jetzt richtig los, es waren insgesamt 6 Renntage mit insgesamt 17 Wettfahrten geplant. Gesegelt wurde in den ersten drei Qualifikationstagen in zwei Gruppen zu je 41 Teams auf zwei unterschiedlichen Bahnen. Bei 4-6 Knoten hatten wir insgesamt einen positiven und zufriedenstellenden Tag, obwohl wir an einigen Stellen durch kleinere Fehler eine vordere Platzierung verschenkt haben. In den drei Rennen fuhren wir die Platzierungen 29, 12 und 31 ein.

Am 2. Racetag war bei schönen Bedingungen mit 10-15 Knoten leider aber überhaupt nichts mehr von unserer anfänglich Euphorie und unserem Kampfgeist zu spüren und wir erlebten einen sehr demotivierten Tag mit den Plätzen 32, 33, 29 und 32. Somit fielen wir in der Gesamtergebnisliste auch über zehn Plätze nach hinten.
Auch am dritten Racetag und dem letzten Qualifikationstag bekamen wir unsere Probleme leider nicht wirklich in den Griff und wir mussten uns nach einem 29. und einem 24. mit einem 11. Platz in der Bronzefleet zufrieden geben. Jetzt war die Qualifikation vorbei und es lagen noch drei Renntage in der Bronzefleet vor uns.

Dann stand der vierte Racetag mit den ersten Fleetraces an. Da wir nun drei Gruppen waren, aber es nur zwei Bahnen gab konnten wir erst um 14 Uhr, nach drei Rennen der Silberfleet ins Geschehen eingreifen. Nach den zuvor eher enttäuschenden Tagen fanden wir bei 15-20 Knoten aber wieder zu unserer alten Motivation zurück und da wir wussten, dass bei viel Wind in dieser Fleet für uns alles drin war, war die Brust wieder breit und wir waren wieder voll auf Angriff gestimmt. Während wir uns bei doch sehr schwierigen Bedingungen mit starkem Wind und hohen Wellen konzentriert und motiviert einsegelten, konnten wir beobachten, dass ein Großteil unserer Gruppe mit diesen Bedingungen nicht so gut zurechtkamen, was man immer wieder an spektakulären Kenterungen und Überschlägen sah. Dies zeigte sich dann auch sofort im ersten Rennen, wir fuhren einen richtig guten Start, kamen schön raus und konnten auch vom Speed her mithalten, somit erreichten wir das Ziel mit einem guten 7. Platz. Die zweite Wettfahrt begannen wir wieder mit einem perfekten Start, wir führten das Feld an, bis wir dann durch eine misslungene Wende, bei der wir eine Kenterung gerade noch verhindern konnten und ins Mittelfeld zurückgeworfen wurden. An der ersten Luvtonne kamen wir mit dem Hauptfeld zusammen um die Tonne und kenterten leider nach Luv. Somit fanden wir uns erstmal ganz am Ende des Feldes wieder. Nach diesem Schock, sammelten wir uns wieder und gaben nochmal alles, um so viele Boote wie möglich aufzuholen, denn bei so einem Wind ist ja zum Glück noch alles drin. Dies zahlte sich auch aus und wir erreichten das Ziel nach einer nervenaufreibenden Aufholjagd noch als 17. Damit wollten wir uns aber natürlich nicht zufrieden geben, vor allem weil in diesem Rennen eine Top3- Platzierung eigentlich völlig drin gewesen wäre. Der Wind ließ aber leider merklich nach, sodass unser Vorteil gegenüber den anderen nicht mehr so groß war und wir das letzte Rennen des Tages mit einem guten 6. Platz abschlossen. Im Gesamtranging bedeutete dies einen Sprung von vier Plätzen nach vorn auf dem 7. Platz in der Bronzefleet.

Die letzten beiden Renntage liefen dann leider wieder sehr enttäuschend. Wir fuhren jetzt wieder bei deutlich schwächeren Winden schlechte Starts und waren zudem nicht mit unserer Bootsgeschwindigkeit zufrieden.  und Somit fielen wir nach den Platzierungen 13, 13 und 14 wieder auf den endgültigen 11. Gesamtrang in unserer Gruppe zurück. Die ersten drei Plätze im Gesamtklassement belegten 1. Draper/Greenhalgh GBR; 2. Dyen/Christides FRA; 3. Morrison/Rhodes GBR. Die besten Deutschen waren die Teams Briesenick-Pudenz/Massmann Platz 13; Schadewaldt/Baumann Platz 16 und Fricke/Huber Platz 21.

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Insgesamt war die EM für uns eine sehr durchwachsene Regatta mit guten und schlechten Tagen, die von guten und schlechten Erfahrungen begleitet wurden, aber insgesamt haben wir unter anderem auch durch die gute Betreuung von Hannes Peckolt sehr viel bei diesem Wettkampf gelernt. Dies ist für uns gerade das  Hauptziel und daher stehen die Ergebnisse vorerst nur im Hintergrund, da es ein langer und harter Weg an die internationale Spitze ist, vor allem auch durch den starken Leistungsanstieg im Hinblick auf die anstehende Olympiaqualifikation für 2012.  Nun stehen erstmal drei Wochen aktive Regeneration vor uns, bevor es dann auf den nächsten und letzten Weltcup für dieses Jahr, ins Olympiarevier von 2012, nach Weymouth, England geht

Tom und Tim Lange

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